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Cem schrieb am Samstag, dem 05. Mai 2012 um 10:54:07 Uhr:
Betreff: Heimspiel der HSG2
Hallo HSG-Gemeinde!
Die 2. Mannschaft hat heute Abend in heimischer Halle um 18:30h ihr vorletztes Heimspiel gegen MTVD Köln. Somit kommt es quasi zu der Revanche des A-Jgd Halbfinales, da die Gästemannschaft ebenfalls zu gut 70 % aus der A-jugend besteht, so wie es bei unserer 2. Mannschaft auch ist. Wer vor einigen Wochen das unheimlich spannende Halbfinale gesehen hat kann erahnen wie sehenswert das Spiel werden könnte! Demnach wünschen wir uns eine möglichst volle und lautstarke Halle! Wir freuen uns auf euch!
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Mike schrieb am Mittwoch, dem 25. April 2012 um 13:21:59 Uhr:
Betreff: Brauni
Nach 30 sehr aktiven Handballjahren, die ihn bis in die Bundesliga geführt haben, beendet MTV-Torhüter Daniel Braun zum Ende dieser Saison seine Karriere zwischen den Pfosten.
„Wer ist der denn?“, fragte sich am 9. Oktober 2010 so mancher Fan in der Erle, angesichts eines nicht zu übersehenden Herrn in Torwartkluft, der sich auf Seiten des MTV warm machte. Anderthalb Jahre und viele Einsätze im Altlandsberger Kasten später dürfte sich diese Frage wohl erledigt haben. MTV-Torsteher Daniel Braun ist in Rekordzeit zu einer festen Größe im Team der Altlandsberger Ersten Herren geworden und sportlich ebenso wie menschlich ein Grundstein, auf dem Coach Ferenc Remes sein nicht zufällig so erfolgreiches Team aufbauen konnte.
„Brauni“, wie er von Freunden und Fans liebevoll gerufen wird kam aus Nordrhein-Westfalen in die Region, der Liebe wegen. Geboren wurde er aber am 19. Juli 1972 in Berlin-Reinickendorf. Mit seiner stattlichen Höhe von 190,5 cm (auf das „komma fünf“ legt er Wert), stellt er bereits optisch für jeden Angreifer ein ernsthaftes Problem dar, wobei Daniel Braun notorisch Angaben zu seinem Gewicht verweigert („Wird einfach nicht besser…“). Die Referenzen, die er mitbrachte konnten sich auch so sehen lassen. Sätze wie „gestützt auf einen enorm starken Daniel Braun im Tor..." oder „jedoch unbedingt zu erwähnen ist Keeper Daniel Braun, der mit faszinierenden Paraden..." oder „dank des überragenden Daniel Braun im Gehäuse..." scheinen die Sportredakteure im Westen fest im Stehsatz gehabt zu haben. Kaum ein Spielbericht, in dem der starke Mann zwischen den Pfosten nicht, um es einmal bescheiden auszudrücken, lobend erwähnt wird. Aufmerksame Leser dieser Seiten werden festgestellt haben, dass sich daran auch beim MTV nichts geändert hat.
Besonderer Dank gebührt in diesem Zusammenhang übrigens Daniels Vater, Günter Braun. Einmal weil der es war, der seinerzeit beim MTV einfach mal angefragt hatte, ob Bedarf für einen talentierten Torwart bestünde. Vor allem aber weil er seinen Filius für den Handball begeistern konnte. „Mit sechs Jahren habe ich bei der HSW Humboldt angefangen“, erinnert sich Daniel. „Mein Vater war dort nämlich Erster Vorsitzender. Da ich bis heute bei der Stange geblieben bin, scheint es mir gefallen zu haben.“
Wobei „bei der Stange geblieben“ eine jener typisch Braun´schen Untertreibungen darstellt. Im zarten Alter von 14 Jahren wurde Daniel erstmals in die Berliner Stadtauswahl berufen, für die er dann weitere 50 Mal antrat. Mit 15 absolvierte er sein erstes Jugendländerspiel, dem 22 weitere sowie neun Auftritte in der Junioren-Nationalteam folgten. Vier Jahre lang hatte Daniel Braun die Ehre Mannschaftsführer der DHB-Nationalteams zu sein.
Aber auch im Erwachsenenbereich führte sein Weg nach oben. Noch in Berlin stand er fünf Jahre lang beim Bundesligisten Blau-Weiß Spandau zwischen den Pfosten, ehe er 1997 aus beruflichen Gründen nach Nordrhein-Westfalen umziehen musste und dort weitere vier Jahre den Kasten des Bundesligisten HSG Düsseldorf hütete. Eine Zeit, die vor allem durch die Vielzahl namhafter Trainer geprägt wurde, mit denen er zusammenarbeiten durfte; dem ehemaligen Bundestrainer Horst Bredemeier oder Armin Emmerich beispielsweise, dem russischen Nationalspieler Georgij Sviridenko oder Ola Lindgren, der auch Coach des schwedischen Nationalteams ist.
Und auch nachdem er, hauptsächlich einmal mehr aus beruflichen Gründen, der Bundesliga den Rücken kehren musste, betrieb er in der Regionalliga weiterhin leistungsbezogenen Handball auf hohem Niveau. „Man kann schon sagen, dass ich in den Hallen dieser Republik ganz schön herumgekommen bin“, erinnert sich „Brauni“. „Humboldt, Spandau, Düsseldorf, Wermelskirchener TV, TuS Niederpleis, HSG Römerwall, Longericher SC, HSG Rheinbach-Wormersdorf und jetzt der MTV, das sind neun Jahre Bundesliga, neun Jahre Regionalliga. Zum Glück bleiben einem nur die schönen Erfahrungen im Gedächtnis haften.“
Was bei Daniel Braun jedenfalls ein ziemlich leistungsfähiges Gedächtnis erforderlich macht. „An den Aufstieg in die Regionalliga mit Rheinbach in der Saison 2008/09 denke ich schon gerne zurück. Denn den haben wir damals mit 52:0 Punkten unter Dach und Fach gebracht. Und als Sahnehäubchen obendrauf dasselbe Kunststück mit der männlichen A-Jugend, die ich damals trainierte. Da sind natürlich die Jungendländerspiele sowie mein einer Auftritt in der Ersten Bundesliga gegen Bayer Dormagen. Und zuletzt natürlich der Gewinn des Landespokals mit dem MTV gegen zwei höher klassigere Teams in unserer eigenen Halle, vor unseren eigenen Fans!“
„Einen schwarzen Fleck auf dieser Liste will Daniel aber noch unbedingt tilgen“; verrät Vater Günter über die kurzfristigen Pläne seines Filius: „Bevor bei ihm im Juli die runde Null hinter der Vier steht, soll der Abstieg der MTV-Herren in der letzten Saison endgültig der Vergessenheit angehören – und zwar durch den direkten Wiederaufstieg in die Oberliga Ostsee-Spree.“
„Der Abstieg hat mich damals schon sehr gewurmt“, gibt Daniel Braun unumwunden zu, „auch wenn ich seinerzeit noch nicht so lange beim MTV war. Umso wichtiger ist es, dass wir am Samstag unseren schärfsten Konkurrenten um Landesmeisterschaft und Aufstieg, den HV Grün-Weiß Werder, schlagen.“ Wo der Mann Recht hat, hat der Mann einfach Recht. Ganz zu schweigen davon, dass die Titel eines Landespokalsiegers und Landesmeisters den gebührenden Schlussstein in einer sowieso schon beeindruckenden Handballer-Laufbahn darstellen würden.
Aber was heißt bei Daniel Braun schon Schlussstein? Trotz zahlreicher Anfragen anderer Vereine bleibt er dem MTV als Stand-By-Torwart erhalten. Auch das Torwarttraining der Ersten Damen, das es schon die ganze Saison über leitet, will er fortsetzen – wenn es denn gewünscht wird. Sich aufzudrängen, das hat „Brauni“ schon lange nicht mehr nötig.
„Ich bin beim MTV von Mannschaft, Offiziellen und vor allem den Fans mit einer Freundlichkeit und Herzlichkeit empfangen worden, die nicht selbstverständlich ist. Alle gemeinsam haben den Boden dafür bereitet, dass ich mich in Altlandsberg von Anfang an sehr wohl gefühlt habe. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Und deshalb bin ich selbstverständlich und gerne dazu bereit, diesem ganz besonderen Verein so viel davon zurück zu geben wie ich nur kann!“
„Vereinsführung, Abteilungsleitung, Mannschaft und Betreuerteam der Ersten Herren sowie nicht zuletzt die Freunde, Fans und Förderer des MTV 1860 Altlandsberg danken Daniel Braun von ganzem Herzen für seinen bisherigen – und künftigen – Einsatz“, betont MTV-Chef und Handballabteilungsleiter André Witkowski. „Wir wünschen Daniel für seine Zukunft in sportlicher, beruflicher und privater Hinsicht alles erdenklich Gute. Der ganze MTV freut sich, dass uns dieser untadelige Sportsmann auch nach dem Ende seiner ganz aktiven Karriere weiter erhalten bleibt.“